RUDOLF LEVY (1875-1944)
Ein Mittler der Moderne zwischen Frankreich und Deutschland

Rudolf Levy setzt mit seinem Werk in der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts einen wichtigen Akzent.
Levy knüpfte an französische Traditionen an. Seine Malerei gedieh im fruchtbaren Klima der „expression“, wie sie der Lehrer Henri Matisse beispielhaft vermittelte. Seine Rezeption der Kunst Cézannes ist typisch für eine ganze Generation von Künstlern.
Rudolf Levy gehört mit Oskar Moll und Hans Purrmann zu den drei herausragenden deutschen Schülern von Henri Matisse.
Levys Bilder sind expressiv, ja expressionistisch. Doch gerade aufgrund ihrer französischen Prägung stehen sie in deutlichem Kontrast zu gleichzeitigen Werken der Expressionisten von „Brücke“ oder „Blauer Reiter“ in Deutschland.
1903 ging Levy nach Paris und wurde zur  zentralen Gestalt im Künstlerkreis des Café du Dôme. Nach dem Ersten Weltkrieg brachte er seine mediterrane Peinture in die Metropole Berlin und spielte in der Berliner Secession eine anerkannte Rolle als Vorstands- und Jurymitglied.
Mit dem Jahr 1933 begann für Levy die bittere Zeit der Emigration. Sein Schicksal im Exil, sein tragisches Ende in Italien dokumentieren ein Stück Zeitgeschichte voller Leid und Schrecken.
Und dennoch hinterlässt der Künstler ein Spätwerk, das in Kolorismus und Expressivität eine hohe Qualität besitzt.
Die Malerei Rudolf Levys hat im Kontext eines europäischen Expressionismus ihre Genese und ihren festen kunsthistorischen Platz.