1933 – 1944    Emigration

 

1933-1935

Am 1.April 1933 verläßt Levy Deutschland und reist über Nizza an die italienische Riviera, nach Rapallo, wo sein Freund und Schüler Bob Gesinus ein Haus besitzt. Zusammen mit Oskar Kokoschka wohnt Levy eine zeitlang in der Villa Olimpo, bevor er wieder nach Paris reist.

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1935-1937

Im September 1935 kommt Levy nach Mallorca und trifft in Cala Ratjada andere Emigranten wie Franz Blei, Heinrich Maria Davringhausen, Artur Segal, Albert Paris Gütersloh, Karl Otten.
Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges verläßt Levy im August 1936 die Insel. In Genua besteigt er das Schiff nach New York,  wo ihn der Freund Erik Charell erwartet. Trotz Aufenthaltserlaubnis bis Oktober 1937 will Levy nicht in den USA bleiben; er kehrt im Mai 1937 nach Europa zurück und reist zunächst nach Kroatien, nach Zaton Mali bei Dubrovnik.

 

 

 

1938-1940

Die nächste Station in Levys ruhelosem Wanderleben wird die Insel Ischia. Hier trifft er auf die deutschen Maler Eduard Bargheer, Kurt Craemer, Werner Gilles, Max Peiffer-Watenphul, Karli Sohn-Rethel und Paul Thesing.
Levy lebt von gelegentlichen Bilderverkäufen und erhält finanzielle Unterstützung von seiner Familie, auch von seiner inzwischen von ihm geschiedenen Frau Genia.

  

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Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird im Herbst 1939 die Aufenthaltsgenehmigung auf Ischia nicht verlängert, Levy muß zum 25.November 1939 Italien verlassen. Erik Charell, bereits in den USA, versucht für Levy ein Visum, zuerst für Chile, dann für Ecuador zu erwirken; diese Versuche schlagen fehl, offenbar aus finanziellen Gründen: 500 Dollar kostet die Reise, 500 Dollar müssen für die Bürgschaft hinterlegt werden. Alle Pläne zur Auswanderung – zuletzt scheint Brasilien aussichtsreich –scheitern. Im Dezember 1940 übersiedelt Levy nach Florenz. In der Pensione Bandini, die sich im Palazzo Guadagni über dem Deutschen Kunsthistorischen Institut an der Piazza S. Spirito befindet, erwarten ihn die Freunde Heinz Battke und Kurt Craemer 

 

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1941-1943

Zum engeren Kreis um Levy in Florenz gehörem ferner die Maler Nils Blumer, Heinrich Steiner und Eduard Bargheer, die Schriftsteller Max Krell, Eckart Peterich und Herbert Schlüter, der Kunsthändler Victor Wallerstein und Prinz Heinrich von Bayern. Im Café Giubbe Rosse an der Piazza della Repubblica treffen sich Künstler und Emigranten.     
Levy beginnt wieder zu malen, vor allem Stilleben und Porträts. Florentiner Sammler interessieren sich für seine Malerei; einen Teil seines Lebensunterhaltes kann Levy durch Bilderverkäufe bestreiten.

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Im Herbst 1943 besetzen die Deutschen Florenz; die Eingriffe der Gestapo gegen Juden gefährden Levys Existenz – Freunde warnen ihn und er kann wiederholt untertauchen. Unter dem Vorwand, ein Kunsthändler wolle seine Bilder kaufen, lockt man ihn in eine Falle: arglos kehrt Levy in seine alte Wohnung in die Pensione Bandini zurück, wo er am 12. Dezember 1943 von Gestapo-Beamten verhaftet und in das Florentiner Gefängnis Murate gebracht wird.

 

1944

Als am 30. Januar 1944 von Mailand aus ein Transportzug jüdischer Gefangener nach Auschwitz geht, ist Rudolf Levy mit der Nummer 297 auf der Liste. Vieles weist darauf hin, dass er am 6. Februar 1944 nicht mehr lebend in Auschwitz angekommen ist.